Gastbeitrag

Ada Lovelace Day

Ada Lovelace, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ada_Lovelace_portrait.jpg, Lizenz: Alfred Edward Chalon [Public domain], via Wikimedia Commons

Am 11. Oktober feiert die Welt den Ada Lovelace Day um die Leistungen von Frauen in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu würdigen. Die Namenspatronin Ada Lovelace (1815 – 1852) war eine begabte Mathematikerin und weltweit erste Computerprogrammiererin.

Im Rahmen des Ada Lovelace Days findet am 13-14. Oktober in Berlin die Konferenz Connecting Women in Computing und Technology statt. Auch wir von bunt und verbindlich sind am 14.Oktober mit dabei, und stellen das Projekt von 15:00-15:30 Uhr vor.

Was verknüpft nun Ada Lovelace und bunt und verbindlich?

Im 21. Jahrhundert ist der IT-Sektor offensichtlich immer noch männlich dominiert. Als ich im Jahr 2000 mein Informatikstudium aufgenommen habe, lag die Zahl der weiblichen Studierenden in Deutschland bei etwa 10-15% und hat sich seitdem nicht wesentlich erhöht. Damit gehören Frauen im Technologie-Umfeld immer noch zu einem kleinen Kreis von Pionierinnen, und weibliche Vorbilder und Erfolgsgeschichten sind selten.

Dabei bieten sich gerade in der IT viele interessante Karrierepfade an, mit denen man Einfluss auf die Gesellschaft nehmen kann: ob in einem großen Unternehmen, in der Forschung, einem eigenen Start-Up, im Non-Profit-Sektor, als Angestellte oder Selbständige, als Programmiererin oder im Projektmanagement.

Persönlich war ich schon immer daran interessiert, Technologie und Computer zu verwenden, um einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten, und ich hatte das Glück, positive weibliche Vorbilder in meiner Umgebung zu haben.

Als Studentin verbrachte ich mehrere Monate in Ghana für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, wo ich eine Website für die Ghana Aids Kommission programmiert habe. Nach meinem Studienabschluss ergab sich keine Möglichkeit für eine berufliche Laufbahn in der Entwicklungshilfe. So begann ich als Wissenschaftlerin für die Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten. Ein paar Jahre später konnte ich jedoch in den Forschungsbereich wechseln, der sich damit beschäftigt, wie IT, und insbesondere mobile Technologien eingesetzt werden können, um das Leben von Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Eines unserer Projekte war ein einfach zu bedienendes Smartphone-Interface, das auf die Bedürfnisse von Frauen in Entwicklungsländern abzielte. Ein weiteres Projekt war eine Software, um Malaria durch eine Smartphone-Kamera in einer Blutprobe zu erkennen.

Im Jahr 2012 entdeckte ich die Social Entrepreneurship Bewegung, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Ich gründete das Sozialunternehmen Fairmondo mit, einen Online-Marktplatz zur Förderung des fairen Handels-Produkte, der genossenschaftlich organisiert ist, und heute mehr als 2000 Genossenschaftsmitglieder aufweist. Fairmondo wurde als ein verantwortungsbewusstes, transparentes Unternehmen konzipiert, welches soziale Werte an erste Stelle stellt. Ich war dort über zwei Jahre Co-Geschäftsführerin und CTO.

Die Gründung von Fairmondo war eine großartige Erfahrung, aber in einem Start-up arbeiten, ist auch sehr intensiv und anstrengend, deshalb beschloss ich nach zwei Jahren, Fairmondo zu verlassen. Zurzeit bin ich selbständig und arbeite als Projektleiterin für diverse Profit- und Non-Profit-Kunden, zuletzt für bunt und verbindlich. Bei allen Kunden ist mir weiterhin wichtig, dass eine gemeinsame Wertebasis besteht, mit der ich mich identifizieren kann.

Heute gibt es viele Initiativen, die den Einstieg von Frauen und Mädchen in den Technologie-Sektor fördern, z.B. den Girls Day, die Rails Girls oder Veranstaltungen rund um den Ada Lovelace Day. Als Einstieg in Social Entrepreneurship kann ich das Social Impact Lab mit mehreren Standorten in Deutschland und das Enorm-Magazin empfehlen. Wie man an meinem persönlichen Karrierepfad sieht, sind die Möglichkeiten, durch Technologie Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, sehr vielfältig. Bei Fragen dazu können Sie mich gerne unter anna.fischer@7unicorns.de erreichen.

Wir freuen uns auch über ehrenamtliche Programmierer(innen) für bunt und verbindlich. Wir sind ein Open Source Projekt in Ruby on Rails und React, programmiert von Konstantin Koss und Marc Altmann. Sie finden uns auf Github.

Das technische Team von bunt und verbindlich bei der Arbeit, visualisiert mit Gource:

Anna Fischer

Über die Autorin: Anna Fischer ist Dipl.-Informatikerin und lebt und arbeitet in Berlin. Im Wissenschaftsjahr 2014 wurde sie als eine von 39 Digitalen Köpfen für Ihren Einsatz für Fairen Handel und verantwortungsbewussten Konsum ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Geekette-Community, einer globalen Plattform für Frauen in IT. Bei bunt und verbindlich ist sie Technische Projektleiterin.

 

 

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